DER ROTE RIVALE AUS DER PFALZ

DER FEINSCHMECKER 12/95 · Januar 1999

DER ROTE RIVALE AUS DER PFALZ von Dieter Braatz

"Den Winzern im Burgund ist in den letzten Jahren bei manchem deutschen Pinot Noir das siegessichere Lachen vergangen. Nun wächst hier auch noch Konkurrenz für Bordeaux heran: mit dem Cabernet Sauvignon vom Weingut Knipser in der Pfalz.Mit seinen Rotweinen räumt Winzer Werner Knipser seit Jahren in Serie erste Plätze bei Vergleichsproben ab: Spätburgunder und Schwarzriesling, Sankt Laurent und Portugieser vom Spitzenweingut Johannishof stehen bei der Siegerehrung stets in der vordersten Reihe (unter anderem in Der Feinschmecker 1/95 und 2/94). Der Pfälzer Dickkopf hat sich konsequenter als die meisten seiner Kollegen dem Ausbau im kleinen Eichenholzfässchen, dem Barrique, verschrieben. Und nun erntet er die Erfolge vieler mutiger Experimente. Auch sein jüngster Coup war zunächst einmal nur ein Versuch: ein Cabernet Sauvignon aus der Pfalz. Als den deutschen Winzern Anfang der neunziger Jahre endlich erlaubt wurde, die französische Weißweinrebe Chardonnay zu pflanzen, waren Werner Knipser und sein Bruder Volker, die gemeinsam das Familienweingut in Laumersheim bewirtschaften, schon einen Schritt weiter: Sie ließen sich 2700 Stöcke Cabernet Sauvignon als Versuchsanbau im Laumersheimer Kirschgarten genehmigen. Und weil das nicht reicht, um eine rentable Ernte einzufahren, überredeten sie einen Nachbarwinzer, bei diesem Experiment mitzuziehen. Das erste Ergebnis, vom Jahrgang 1992, war vielversprechend, der 93er Cabernet Sauvignon hingegen ist ein Meilenstein. Von den jungen Reben konnten die Knipsers 40 Hektoliter Ertrag pro Hektar einfahren, der Jungwein wurde mehr als zwanzig Monate in neuen Barriques aus Neverseiche ausgebaut und im August 1995 abgefüllt: >Rund 1800 Normalflaschen und ein paar Magnums<, so Werner Knipser, reichen kaum aus, um die Nachfrage zu befriedigen. Mit einem tiefdunklen Rot steht der Wein im Glas, jugendlich violett am Rande, nach frischen roten Beeren duftend, opulent in der Frucht, kräftig, aber nicht aufdringlich im Alkohol (13,5 Volumenprozent), mit präsenten Tanninen und einer derzeit noch überbetonten Holznote: Knipsers Cabernet braucht noch ein, zwei Jahre Flaschenreife. Bei der großen VDP-Probe in Hamburg konnten einige Chateau-Besitzer aus dem Bordelais ihre Überraschung über die Qualität dieses Pfälzer Cabernets kaum verbergen. Was sie nicht wissen: Knipsers haben die Zutaten für eine veritable Bordeaux-Cuvée bereits in ihren Weinbergen stehen, neben Cabernet-Sauvignon-Reben inzwischen auch Merlot und Cabernet-franc-Stöcke".

Anschrift

Weingut Knipser
Johannishof
Hauptstraße 47
D-67229 Laumersheim/Pfalz
Tel 06238.742 Fax 06238.4377

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Tel +49.6238.742 Fax +49.6238.4377

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